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KI-generiert „Wer seine Leute nicht in KI schult, riskiert Bußgelder nach dem EU AI Act.” Diesen Satz kann man sich sparen. KI-Kompetenz stand nie auf der Bußgeldliste, und mit dem Digital-Omnibus wird die Anforderung sogar ausdrücklich entschärft.
KI-Kompetenz ist wichtig. Aber sie ist keine scharfe gesetzliche Pflicht mit Strafandrohung. Wer das Gegenteil behauptet, macht Panik, keine Compliance.
Was Artikel 4 verlangt, und was nicht
Artikel 4 des EU AI Act adressiert KI-Kompetenz seit dem 2. Februar 2025. In der bisherigen Fassung mussten Unternehmen „nach besten Kräften sicherstellen”, dass ihr Personal über ein „ausreichendes Maß” an KI-Kompetenz verfügt. Schon diese Formulierung war weich: nach besten Kräften, nicht garantieren.
Vor allem aber war Artikel 4 nie bußgeldbewehrt. Die Sanktionen des AI Act in Artikel 99 knüpfen an verbotene Praktiken und an konkrete Anbieter- und Betreiberpflichten an, nicht an die KI-Kompetenz. Für die Behauptung, fehlende Schulung führe automatisch zu Bußgeldern, gab es also noch nie eine Grundlage.
Was der Digital-Omnibus ändert
Der Digital-Omnibus macht aus der Sicherstellungs- eine Förderpflicht. Statt ein bestimmtes Niveau sicherzustellen, sollen Unternehmen künftig Maßnahmen ergreifen, um KI-Kompetenz zu fördern. Niemand muss mehr garantieren, dass jede einzelne Person dauerhaft ein festgelegtes Wissensniveau erreicht.
Der Grund: Das „ausreichende Maß” war zu unbestimmt und belastete gerade kleine Unternehmen mit unverhältnismäßigem Aufwand und Rechtsunsicherheit. Im Erwägungsgrund heißt es sinngemäß, KI-Kompetenz solle eine strategische Priorität sein, unabhängig von regulatorischen Pflichten und möglichen Sanktionen.
Dieses Fördermodell ist nicht neu. Aus Arbeitsschutz, Informationssicherheit und Datenschutz kennen wir es längst: sensibilisieren und informieren, statt jeden Einzelnen zu zertifizieren.
Ein Hinweis zum Stand: Das Parlament hat die Reform am 16. Juni 2026 angenommen, im EU-Amtsblatt steht sie noch nicht. Bis zur Veröffentlichung gilt formal die alte, ohnehin weiche Fassung.
Keine harte Pflicht heißt nicht egal
Aus „kein Bußgeld” folgt nicht „ignorieren”. KI-Kompetenz bleibt an mehreren Stellen relevant, nur eben nicht als Strafnorm.
Sie gehört zur Sorgfaltspflicht. Entsteht durch unsachgemäße KI-Nutzung ein Schaden, etwa ein Datenleck oder eine Entscheidung auf Basis erfundener Zahlen, stellt sich die Frage, ob das Unternehmen seine Leute befähigt hat. Sie ist Teil der menschlichen Aufsicht: Wer Hochrisiko-KI betreibt, muss sein Personal so weit bringen, dass es diese Aufsicht überhaupt ausüben kann, und diese Anforderung bleibt bestehen. Und sie ist schlicht betriebliche Vernunft.
Was das praktisch heißt
Keine Panik, kein Zertifizierungszwang, kein verpflichtendes Schulungsprogramm. Was zählt, ist, dass die Menschen, die mit KI arbeiten, das Nötige verstehen: Was kann das Tool, wo erfindet es Inhalte, welche Daten dürfen hinein, wann muss ein Mensch das Ergebnis prüfen.
Das lässt sich rollenbezogen und mit Augenmaß lösen. Ein Hinweis hier, eine kurze Einweisung dort, eine klare Nutzungsrichtlinie. Mehr braucht es für die meisten nicht.
Warum es sich trotzdem lohnt
Der eigentliche Grund für KI-Kompetenz war nie das Gesetz. Wer seine Leute befähigt, bekommt weniger Datenpannen, bessere Ergebnisse und Mitarbeiter, die KI nutzen statt sie heimlich zu umgehen. Das zahlt sich aus, egal was im Amtsblatt steht.
Voraussetzung ist, dass du weißt, wo in deinem Unternehmen KI im Einsatz ist und wer damit arbeitet. Genau das macht die NADOVO-Plattform sichtbar. Wo sinnvolle Sensibilisierung ansetzt, klären wir in der KI-Compliance-Beratung. Die Grundlagen des EU AI Act vertieft unser Beitrag dazu, was Unternehmen jetzt wissen müssen.
Eine Frage zum Schluss. Nutzt in deinem Unternehmen jemand KI, ohne ihre Grenzen zu kennen? Das ist kein Bußgeldrisiko, aber ein betriebliches. Wo du stehst, zeigt unser Schnellcheck.
Über den Autor
Jochen Stier ist Mitgründer von NADOVO mit über 20 Jahren Erfahrung in Prozessmanagement und IT Service Management. Er unterstützt deutsche KMU dabei, die Anforderungen des EU AI Act systematisch und pragmatisch umzusetzen. Sein 5-Phasen-Framework NADOVO verbindet regulatorische Anforderungen mit praktischer Umsetzbarkeit, ohne Enterprise-Budgets oder komplexe Tools.
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